Triumph des Fotografen

Michael Omasta | Kultur | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

FILM Eine Retrospektive im Metro-Kino bietet die seltene Gelegenheit, den Theaterregisseur Berthold Viertel (1885-1953) als Filmemacher zu entdecken.

Wenn man sich Berthold Viertels heute erinnert, dann als eines großen Bühnenregisseurs, bedeutenden Lyrikers, kultivierten Salonlöwen im Hollywoodexil oder gar als literarischer Figur (in "Prater Violet" von Christopher Isherwood). Viertel als Filmemacher spielt keine Rolle mehr - und von dem wenigen, das über seine Filme geschrieben wurde, erweist sich das meiste als unhaltbar.

Seine erste Regiearbeit realisierte Viertel 1923 in Berlin, seine letzte 1936 in London. Dazwischen war er in den USA als Drehbuchkonsulent von F. W. Murnau tätig und drehte nebenbei acht Filme in Hollywood und New York. Der "wichtigste" Eintrag in Viertels schmaler Filmografie gilt als verloren: "Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins" (1926), ein der neuen Sachlichkeit verpflichtetes, seinerzeit viel diskutiertes Spielfilmexperiment, in dem eine Banknote eine Reihe

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