Mitten im Neunten

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

THEATER Derzeit der beste Theaterspaß der Stadt: Heimito von Doderers Roman "Die Strudlhofstiege" als Soap-Opera im Schauspielhaus. Ein Zwischenbericht nach vier von zwölf Folgen.

Alsergrund ist Dodererland. Der Wiener Schriftsteller Heimito von Doderer (1896-1966) hat den neunten Bezirk mit seinem Roman "Die Strudlhofstiege" (1951) in die Literaturgeschichte eingeschrieben. Das Schauspielhaus in der Porzellangasse befindet sich mitten am Schauplatz: Melzer, der Held des Romans, wohnte ein paar Häuser weiter, und die 1910 errichtete Jugendstil-Stiegenanlage, die dem Roman seinen Titel gab, ist gleich ums Eck. Die Idee des neuen Schauspielhausdirektors Andreas Beck, hier die "Strudlhofstiege" auf die Bühne zu bringen, lag also im wahrsten Sinn des Wortes nahe.

Der 900-Seiten-Schmöker wird als zwölfteilige Theater-Soap aufgeführt, wobei jede Folge von einem anderen Regisseur inszeniert wird. Das Projekt ist für alle Beteiligten auch eine sportliche Herausforderung: Die vier Schauspielerinnen

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