Die Welt im A5-Format

Kultur | Tobias Heyl | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

KÜNSTLERTUM Robert Gernhardt (1937-2006) hinterließ neben gereimten und gestrichelten Klassikern der Komik auch ein aus 675 Heften und 30.000 Seiten bestehendes Arbeitsjournal und ein viel zu wenig bekanntes filmisches Werk.

Am 31. Dezember 1985 füllt Robert Gernhardt seine Vorräte auf: "Ich habe fünfzig Brunnen-Hefte gekauft, verpackt à 25. Auf der Verpackung der Aufkleber: 25 Glanz-Diarien 32 Blatt unliniert. Nie gehört, dass man diese zeilenlosen Hefte als Diarien bezeichnet."

Seit dem Sommer 1978 hat Robert Gernhardt ein Journal geführt, in dem er Zeichnungen und Gedichtentwürfe, Notizen und Beobachtungen festhielt. Am 3. August 1984 entdeckte er dafür die eigentlich unscheinbaren Produkte der Firma Brunnen und war von der Qualität des Papiers wie des Falzes sofort begeistert - die "Brunnen-Hefte" wurden fortan zu einem Synonym für sein Arbeitsjournal. 675 Hefte, rund 30.000 Seiten, hat er bis zu seinem Tod mit gelben Bic-Kugelschreibern vollgeschrieben und -gezeichnet; manche


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