Schneewittchen mit Säge


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

KUNST Die englische Künstlerin Josephine Pryde lud ihre Kollegin Sarah Staton zu einer Doppelausstellung ein, in der sich vertraute Umgebungen unheimlich verformen.

Die erste Begegnung ist so etwas wie der Ursprungsmythos jeder Beziehung. "How They Met", also "Wie sie sich kennengelernt haben", nennen Josephine Pryde und Sarah Staton ihre zweiteilige Ausstellung in den Galerien Bleich Rossi und Gabriele Senn. Statt eines intimen "wir" sprechen die beiden britischen Künstlerinnen von "ihnen".

In diesem distanzierten Sprechen über Privates ist deutlich die Handschrift Prydes zu erkennen, die an der Akademie der bildenden Künste eine Gastprofessur innehat und vor drei Jahren in der Secession mit einer Ausstellung zu Gast war. In ihren Ausstellungen und Texten für Kunstzeitschriften arbeitet sie sich an den Klischees ab, die feministischer und kritischer Kunst anhaften. "Frau sein, Künstlerin sein und radikal sein wird einem nicht geschenkt. Man muss schon Nägel mit Köpfen machen", schrieb

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