Spielplan

Kultur | Gregor Schenker und Hermann Götz | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

Für die Aufführung von William Shakespeares "Othello" auf der Probebühne des Schauspielhauses hat die Schweizer Regisseurin Christina Rast die Fassung des "Kanaksprak"-Autors und Bachmann-Jurypreisträgers Feridun Zaimoglu gewählt. In dieser mischt sich flapsiger Rapjargon mit ausgeklügelten, elisabethanischen Metaphern. In den Münchner Kammerspielen läuft die krimispannende Tragödie bereits die fünfte Saison. In Graz nehmen der edle "Mohr" und seine Kameraden in silbernen Spaceuniformhosen auf sechs Barhockern Platz. Dabei wird Ersterer nicht angeschwärzt, sondern als Einziger nicht "angeweißt" präsentiert. Schon eingangs zeigt der als dummdreister Erfüllungsgehilfe gezeichnete Rodrigo (Thomas Frank), wie man eine Gesellschaft aufhussen kann, und polemisiert gegen den Andersfarbigen. Wie passend dieses 1603 verfasste Stück angesichts des hierzulande gerade stattgefundenen Wahlkampfes doch ist. Die Rolle des perfiden Intriganten Jago, der Othello ins Verderben stürzt, erfüllt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige