Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

DRACHENSTEIGEN Ganz heiß ist der Sturm dem Buben in die Haare gefahren, hat mit den Locken gespielt, den Kopf zerwirbelt und eine wilde Freude in sein blasses Gesicht gezeichnet. Wüster Sturm! Wüstensturm! Saharasand! Da ist dem Buben ein Ton aus der Kehle gefahren, den die Welt noch nicht gehört hat. Ist wie ein schwarzer Wurm aus dem Mund des Knaben gestoben, hat sich auf eine Bö gesetzt und ist himmelwärts gerast. Himmelwärts! Im Sturm hat der Bub geträumt. Vom Fliegen, vom Freisein, vom Wildsein. Soll nicht auch die kleine Schwester all das spüren dürfen? Der Drachen, den der Bub dann gebaut hat, riesig, schwarz wie der Wurm, der ihm entsprungen war, hat sie leicht getragen. Sie hat nicht wollen, niemand hat geholfen. Himmelwärts, himmelwärts! Außer Sicht. Und ein Ton, den die Welt noch nicht gehört hat. T.W.


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