Die Videoemanzipation

Kultur | Herwig G. Höller | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

MUSIK "Kinder der Iris" gibt einen Überblick über aktuelle Grazer Musikvideoproduktionen.

Dunkel-verrauschte Bilder einer Frau, ein verdutzter Pelzmützen-Mann, eine lasziv mit der Filmkamera flirtende Handtäschchen-Frau und viel, viel Angst: Auf den ersten Blick könnte Mario Rampitschs fünfminütiges Video durchaus als trashiger Stummfilm über UFO-Entführungen durchgehen. Wären da nicht die Tonspur, ein Song von Lady Lynch, und die Grazer Indierocker als Darsteller, die das Ganze klar als Musikvideo ausweisen.

Dieses Video zu "New Plans for a new Day" ist eine der auffälligeren Arbeiten, die im Rahmen des überschaubaren Musikvideofestivals "Kinder der Iris" zu sehen sein werden. Wobei der Titel durchaus als Reverenz an jene klassisch-avantgardistisch anmutenden Elemente verstanden werden kann. Die Bandbreite reicht von Schwarz-Weiß-Stummfilmästhetiken wie bei Rampitsch oder in Wolfgang Schnellnasts Video zu "Strollerstore" der Psychodeliker Scarabeus Dream, Papierschnitzelcollagen


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