Die politische Lücke

Vorwort | Heide Schmidt | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

KOMMENTAR Warum es der Liberalismus hier so schwer hat und ich dennoch nicht die Hoffnung aufgebe. Zum 15. Geburtstag des LiF.

Kein Land ist wie das andere. Österreich ist das Land des "Entweder- und-oder". Robert Menasse prägt diesen Begriff in seinem Essay "Das Land ohne Eigenschaften" und beschreibt ihn als ein hierzulande politikbegründendes Prinzip, "eine unerträglich sich spreizende Verrenkung", die unter anderem das Dilemma unserer Selbstreflexion sei. Spätestens wenn Umfragen wieder einmal das Ergebnis bringen, dass eine Mehrheit einerseits für die Neutralität, andererseits für den Beitritt zur NATO eintritt, ist man geneigt, Menasse zuzustimmen. Der Widerspruch in sich scheint Teil des österreichischen Charmes zu sein und verträgt sich auch gut mit einem anderen nationalen Qualitätsprodukt, nämlich der sogenannten österreichischen Lösung.

Diese hat zwei Seiten. Lockerheit und Spielraum ist die eine, intellektuelle Schlampigkeit und Unverlässlichkeit die andere. Während


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