Der Fall Erna Wallisch

Politik | Stefan Apfl und Florian Klenk | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

NS-VERBRECHEN Seit sechzig Jahren lebt die Pensionistin Erna Wallisch in Kaisermühlen. Einst gestand sie, Kinder zur Gaskammer geführt zu haben. Nun holt die Vergangenheit sie ein.

Die Tür, an der "Wallisch Erna" steht, bleibt verschlossen. Die Wohnung dahinter ist dunkel. Seit Tagen hebt in der Schiffmühlenstraße 100 in Wien Kaisermühlen niemand das Telefon ab. Nur einmal öffnete sich diese Tür in den vergangenen Monaten für wenige Sekunden. Davor stand ein britischer Journalist mit einer Kamera.

Auf seinem Foto ist eine Frau im Bademantel mit zerzaustem Haar zu sehen. Das Bild ging um die Welt. Die britische Daily Mail betitelte es mit "Evil Erna". Nachbarn schlagen seither verärgert die Türen zu, wenn Fremde klingeln. Sie wollen, dass es endlich ein Ende hat und sprechen von Quälerei.

Von Qualen weiß auch Jadwiga L. zu berichten. Die Überlebende des KZ Majdanek erzählte am 13. April 2007 vor polnischen Behörden von einer schwangeren Frau, die einen Mann mit einem Brett zu


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