Kaiser Erwin

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

ÖVP Allmächtig, gefürchtet, volksnah. Erwin Pröll ist der letzte Landesfürst vom alten Schlag. Er regiert sein Land mit eigenwilligem Stil. Untertanen erzählen von Begegnungen mit Pröll - eine Annäherung an Niederösterreichs Monarchen.

Wenn Erwin Pröll erst einmal wild wird, dann kann einem selbst der liebe Gott nicht helfen. Das musste der 80-jährige Augustiner-Chorherr Martin van Dam feststellen, als er den niederösterreichischen Landeshauptmann 1997 bei einer Jubiläumsfeier in Burgschleinitz mit ein paar kritischen Worten über soziale Gerechtigkeit in Rage brachte. "Es gibt Menschen, die mit 7000, 8000 Schilling auskommen müssen. Und manche, wie die Landeshauptleute, bekommen 200.000 Schilling", sagte der Priester. Frechheit, Majestätsbeleidigung, dachte sich Pröll. "Herr Pfarrer, ich hoff zumindest, dass es einen Unterschied zwischen dem gibt, was Sie verdienen und einstreifen und was ich verdiene. Sie gehen wahrscheinlich nach der Feierstunde heim und legen sich nieder",


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