Kommentar

Falcos letzte Auferstehung

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

Dem Filmtheoretiker Karl Marx zufolge ereignen sich Geschichten berühmter Persönlichkeiten stets zweimal. Einmal als Tragödie, die das Leben schreibt, und einmal als Farce, die das Biopic später daraus macht. Anton Corbijn hat das mit "Control" gerade eindrucksvoll widerlegt, seine Annäherung an die tragische Postpunk-Ikone Ian Curtis ist würdevoll und von großer atmosphärischer Dichte. Thomas Roth dagegen bestätigt die These mit seinem Falcofilm (siehe Rezension Seite 67).

Als popkulturell schier visionäres Alien inmitten einer diesbezüglich toten Stadt hat Falco Anfang der Achtziger in spektakulärem Tempo von null auf 256 beschleunigt: Eine erste deutschsprachige Adaption der anderswo "Rap" genannten Kunstform des Sprechgesangs, eine europaweit millionenfach verkaufte Single, ein herausragendes erstes Album. Freunde hat ihm das schillernde Abweichen vom Mittelmaß des Postsiebziger-Austropop keine gebracht, die kommerzielle Bruchlandung mit der künstlerisch ambitionierten


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