Sieger sehen anders aus

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

FILM Der Schwerenöter und der Menschenfeind: Zwei eigensinnige neue US-Produktionen erzählen amerikanische Erfolgsgeschichten mit unbequemen Resultaten.

Die Berufung zum All-American Hero ereilt Charles Nesbitt Wilson zu einem unwahrscheinlichen Zeitpunkt: In einem Whirlpool in Las Vegas, mit weißem Pulver in der Luft und zwei Stripperinnen im Arm, sieht er einen Fernsehbeitrag über den unterbewaffneten afghanischen Widerstand nach dem Sowjeteinmarsch von 1979. Weil der Lebemann aus Texas nicht nur glühender Antikommunist ist, sondern glücklicherweise auch ein einflussreicher demokratischer Kongressabgeordneter, macht er sich fortan zum Lobbyisten des afghanischen Befreiungskampfs: Die enormen, großteils heimlichen Geld- und Waffenspenden, die dank Wilsons Initiative aus Washington fließen, werden zum Rückzug der Sowjettruppen Ende der Achtziger führen - und zumindest indirekt zur Stärkung jener islamischen Fundamentalisten, die bald als Taliban weite Teile Afghanistans kontrollieren


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