Erst denken, dann schreiben

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

THEATER Wenn Ewald Palmetshofer ein Problem hat, schreibt er ein Stück. Porträt eines Autors, der deutlich mehr Zukunft hat als die Figuren seiner Dramen.

Hamlet ist tot. Na und? Jeder, der Shakespeares berühmte Tragödie mindestens einmal bis zum Ende gesehen hat, weiß das. Was also hat es zu bedeuten, wenn der oberösterreichische Autor Ewald Palmetshofer sein jüngstes Stück "hamlet ist tot" nennt? Hamlet ist hier offensichtlich eine Metapher. Gemeint ist nicht Shakespeares Dänenprinz (der im Stück übrigens nicht einmal erwähnt wird), sondern das, wofür die Figur steht. Für ein Theater, in dem man noch von einer besseren Welt träumen konnte. Und für eine Welt, in der das Denken noch geholfen hat.

"Hamlet weiß noch, was Schuld ist", erklärt Palmetshofer. "Für den gibt's noch eine Sprache, die benennen kann, was zu tun wäre, um wieder eine Ordnung herzustellen. Sein Zaudern ist uns ganz nah - aber wir wissen nicht mehr, was der Name der Intervention wäre." Man merkt, dass


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