Im Spiegelkabinett

Kultur | Franz Schuh | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

ESSAY André Hellers Laudatio auf Gerd Bacher ist ein historisches Dokument zum Verhältnis von Politik, Medien und Kunst in Österreich. Ein Einspruch.

Für Armin Thurnher

André Heller ist ein einflussreicher Mann. Seine Nähe zur Sozialdemokratie, um die ich ihn nicht beneide, hat ihm den Ruf eingebracht, sogar für Personalia zuständig zu sein: Wer Unterrichtsminister oder Ähnliches wird, scheint es (folgt man den Journalisten, die Heller als "hochinteressante Rasse" tituliert) ohne seinen Ratschlag nicht werden zu können. Aber es ist nicht hoffnungslos, denn in seiner Laudatio für Gerd Bacher ("anlässlich der Mediengala für die Journalisten des Jahres") verrät Heller ein entscheidendes Detail: "Was Gerd Bacher mit Alfred Gusenbauer gemeinsam hat, ist, dass er in mancher Hinsicht radikal beratungsresistent ist." Wer eingeweiht ist und erst recht, wer selber berät, weiß solche Dinge. Seine Nähe zur Macht offenbart Heller zusätzlich durch eine Kreisky-Anekdote: "Bruno Kreisky


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