Nüchtern betrachtet

Unter braungerauchten Rauhfasertapeten

Kultur | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

Das Leben ist ein Adventkalender, und öffnet mitunter unversehens und -erwartet die Türchen zu etwas Schönem. Als der Alsergrunder Apotheker zur Zubereitung eines gefährlichen Sälbchens angehalten wurde, um den finalen Abgang meines linken Großzehennagels zu beschleunigen, der mich innert des letzten halben Jahres viel Geld, Zeit und Equilibrium gekostet hat, ergab sich die Notwendigkeit, zwischenzeitlich und abseits der Arbeit ein knappes Stündlein totzuschlagen. Ei, das will ich gerne tun, dachte ich, und da ich die Plackerei der alljännerlichen Abstinenz in der Woche davor spontan und mit großem Erfolg eingestellt hatte, sah ich mich in der Gegend, die ich aus jener teilzeitfröhlichen Studentenzeit, in deren späten Tagen des Zeittotschlagens schier kein Ende sein wollte und die mir nun aus der Tiefe der Jahre freundlich entgegenschimmerte, doch irgendwie in guter Erinnerung behalten hatte, nach einem Ort um, an dem dies zum eigenen Wohle und dem Wohle der Volkswirtschaft bewerkstelligt


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