Stadtrand

Wahst eh: Watsch'n

Stadtleben | aus FALTER 06/08 vom 06.02.2008

Nun sind in Wien also dreißig (!) "Waste Watcher" unterwegs, Damen und Herren, die darauf achten, dass zum Beispiel die fünf bis zehn Tonnen Hundekot, die bisher auf Gehsteigen und in Blumenbeeten landeten, auch wirklich weggeräumt werden. Außerdem passt die Dreißigschaft auf, dass niemand sein komplettes Wohnzimmer auf der Straße entsorgt. Klasse. Wird aus der Wiener Wegwerfgesellschaft jetzt eine Wastewatchgesellschaft? Wohl kaum, denn dazu braucht es mehr als dreißig. Immerhin dürfen die "Watcher" abmahnen und Geldbußen verhängen, was uns zur Frage bringt, wie viel Strafe man denjenigen aufbrummen darf, die sich die Bezeichnung "Waste Watcher" ausgedacht haben. Soll man das Ganze verwienern ("Wahst eh: Watsch'n"), veralbern (Watsch'n-Wastl) oder anglophil veranlagten Menschen zur Prüfung vorlegen? Also: "waste" heißt vieles - nicht nur Abfall, sondern zum Beispiel auch Vergeudung. Unter "watcher" versteht man einen Beobachter. Und was beobachten wir? Vergeudete Liebesmüh. Und finden im gelben Wörterbuch noch etwas Tolles: "wasteful". Das heißt: kostspielig. C. W.


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