Zu Hause wartet der Tod

Politik | Joseph Gepp | aus FALTER 07/08 vom 13.02.2008

AFFÄRE Der Serbe Jovan Mirilo half, das Massaker von Srebrenica aufzudecken. Österreich ehrte ihn dafür. Und schiebt ihn nun ab.

Drei Tage. Drei Tage, sagt Jovan Mirilo, hätte er noch zu leben, würde er nach Sid zurückkehren. In jenes Städtchen in der nordserbischen Provinz Vojvodina, aus dem er vor einem Jahr fliehen musste, weil sein Leben akut gefährdet war. Jovan Mirilo fühlt sich jetzt sicher. Er sitzt am Esstisch einer kleinen Wohnung in Rudolfsheim-Fünfhaus und trinkt Kaffee, seine sechsjährige Tochter Marija kritzelt in ein Malbuch und spricht schon ein paar Brocken Deutsch. Österreich war das Land, das Mirilo und seine Familie aufnahm, ihn wegen seines Engagements hofierte und ihm den Bruno-Kreisky-Preis verlieh, den wichtigsten Menschenrechtspreis des Landes, in einer Reihe mit Kofi Annan oder Benazir Bhutto. Aber jetzt will man ihn hier offenbar nicht mehr. Mirilo soll abgeschoben werden nach Serbien. In ein Land, wo ihm, wie er sagt, der Tod droht.

Mirilo, 43, ehemals


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