Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 07/08 vom 13.02.2008

Und wieder einmal ein Natascha-Kampus-Spezial im ORF - logisch, die junge Frau mit dem schlimmen Schicksal bringt Quote. Noch dazu bei dem schönen Anlass, der Debatte um Ermittlungsfehler und Vertuschung in ihrem Fall. Natürlich wurde Kampusch auch diesmal von ihrem Leibinterviewer Christoph Feurstein befragt, hat der Mann kein besseres Hobby? Das Studio war dezent abgedunkelt, Feurstein schaute professionell-mitfühlend drein und stellte seine üblichen Nona-Fragen, die vorher alle abgesprochen werden: "Was haben Sie empfunden, als Sie das gehört haben?" "Können Sie das so gelassen nehmen?" "Kann man das Leid, das Sie erlebt haben, überhaupt in Geld messen?" Kampusch war betont souverän und erwachsen, wie immer im Fernsehen: "Ich fordere Gerechtigkeit, nicht Geld." Zwischen dem Antwort-Frage-Spiel des vertrauten Duos gab es eine ordentlich gemachte Doku über den Kriminalfall, inklusive diverser anderer Interviews des Natascha-Beauftragten. Es war wohl die letzte Natascha-Kampusch-Show im Öffentlich-Rechtlichen, bevor sie auf Puls 4 selbst zur Starinterviewerin mutiert.


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