"Die Welt ist ein Rätsel"

Kultur | Erich Klein | aus FALTER 07/08 vom 13.02.2008

LITERATUR Vladimir Sorokin, der Popstar der zeitgenössischen russischen Literatur, liest in Wien aus seinem jüngsten Roman. Ein Gespräch über die Unberechenbarkeit Russlands, den Dichter als Staatsfeind, über den Liberalismus der Neunzigerjahre und den Feudalismus Putins.

Der Ruf des literarischen Wunderkindes und Enfant terribles eilte Vladimir Sorokin, 1955 in der Nähe von Moskau geboren, schon immer voraus. Der gelernte Erdöltechniker begann seine Karriere als Buchdesigner im Umfeld des sogenannten Moskauer Konzeptualismus, der wohl wichtigsten Spielart literarischer Nachkriegsavantgarde. Mit dem Roman "Marinas dreißigste Liebe" (1982-1984) schrieb einer "pro eto", über das eine Thema: Sex! Gepaart mit Gewalt-, Fäkal- und Invektivorgien.

Auch wenn viel über "Dekonstruktion russischer Klassiker von Turgenjew bis zum sozialistischen Realismus" schwadroniert wurde, Sorokins Texte bezogen ihre Kraft aus der wie auch immer deformierten realistischen Behandlung konventioneller Themen.


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