Keine Vorbilder

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 07/08 vom 13.02.2008

FOTOGRAFIE Die deutsche Fotografin Herlinde Koelbl zeigt in der Galerie WestLicht vierzig "Jüdische Portraits". Und was für welche!

Haben Sie einen Namen?" Die zierliche deutsche Fotografin kann sich das Lachen schwer verkneifen, als sie an ihren ersten Kontakt mit einem Verleger zurückdenkt. "Ich hab bei einem relativ bekannten Buchverlag angerufen, hab mich vorgestellt und gesagt, dass ich ihnen gerne meine Bilder zeigen würde. Ich dachte, was soll das jetzt? Klar hab ich einen Namen:, Ich heiße Herlinde Koelbl.' -, Nein, wissen S', wir verlegen nur Berühmte und Tote.'"

Heute, dreißig Jahre später, dürfte Herlinde Koelbl wohl kein Verleger mehr so dumm kommen. Seit ihrem Entree mit "Das deutsche Wohnzimmer" (1980) zählt die spätberufene Autodidaktin zu Deutschlands meistdiskutierten Fotografinnen. Koelbl, 1939 in Lindau am Bodensee geboren, ist gelernte Modedesignerin und zog vier Kinder groß, ehe sie in den Siebzigern aufs Fotografieren verfiel. "Als ich angefangen hab, kannte


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