Ohren auf

Wahrheitspackung


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 07/08 vom 13.02.2008

Oh yes, you can judge a book by its cover. Und nicht viel anders verhält es sich bei der CD. Nehmen wir The Puppini Sisters, die sich auf dem Cover im anlassig-unschuldigen Mädellook irgendeiner fiktiven Vergangenheit präsentieren. Und genau so klingt "The Rise & Fall of Ruby Woo" (Universal) dann auch: Die falschen Schwestern Marcella Puppini, Kate Mullins und Stephanie O'Brien bieten exakt die knallbunte, kokette, kesse, sentimentale und selbstironische Revue, die man sich erwartet hat - und statt Rum and Cocácolaa gibt's das "doo wat doo wat doo wat" von Duke Ellingtons "It Don't Mean a Thing", aber auch "Walk Like an Egyptian". Und wenn zum Beispiel eine CD aus heimischer Produktion "Moods" (Extraplatte) heißt und Michaela Rabitsch & Robert Pawlik vom verschwommen ausgebleichten Foto schauen, ist man über den friktionsfrei freundlich groovenden Jazz mit afrikanischen, kubanischen und lateinamerikanischen Anleihen, der auch ziemlich genau die Balance zwischen vokal und instrumental

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