Stadtrand

Halbschal

Stadtleben | aus FALTER 07/08 vom 13.02.2008

Über das Kulturplakat wurde viel berichtet. Wer's noch nicht weiß: Die Gewista, Wiens mächtiger Reklametafelanschrauber, hat sich vorgenommen, die Stadt noch schöner zu machen. Nicht, indem sämtliche Werbung aus dem öffentlichen Raum verschwindet, sondern indem man Wildplakatierern den Kampf ansagt. Mit dem sogenannten Kulturplakat. Das kleistern die Gewista-Gestalten auf sogenannte Halbschalen, gebogene Metalltafeln, die in den letzten Wochen zu Tausenden an Strom- und anderen Masten befestigt wurden. Als kleines Dankeschön an die Stadt, die der Gewista generös 5000 Werbestellen überließ, entfernt man dann wild plakatierte Ankündigungen. Voila! Wien sieht gleich viel schöner aus! So schön, dass jene hässlichen Halbschalen, die das Weltkulturerbe vorm Schloss Schönbrunn verunzierten, bereits wieder abgenommen wurden. Jene, die bei der Zweierlinie auf den Radweg ragten, gibt's auch schon nicht mehr. Und jetzt, bitteschön, auch den Rest wieder demontieren. Zum Beispiel an den Stellen, wo Fußgängerwege halbschalenbedingt enger wurden. Oder dort, wo's vorher überhaupt nie Plakate gab, weil die Masten zu schmal dafür waren. C. W.


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