Live im Dunkel

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Wie politische Kommentatoren die Affäre um das Innenministerium sehen. Oder auch nicht.

Das Politische ist nur mehr ein Kasperltheater, das Publikum wird den Darbietungen in jeder Hinsicht gerecht, jede Panne ein schrilles Beifallsgejohle, von ebenso schrillen Missfallenskundgebungen kaum zu unterscheiden. Da sind welche mit dem Personal nicht zufrieden und reagieren ihre Unzufriedenheit auf lustvollste Weise an den Akteuren ab. Eine Riesenhetz.

Das ist die Aufgabe von kritischem Journalismus, nicht wahr? Wohl nicht ganz. Vor lauter Hetz wird nicht einmal mehr zwischen den Parteien differenziert. Es ist die Regierung, deren Personal als durchwegs kläglich, unfähig und jämmerlich qualifiziert wird. Allerdings mit Schattierungen. Alfred Gusenbauer, auf dem Tiefpunkt seiner Popularität, solle endlich regieren, mit harter Hand durchgreifen, lautet die Parole der mehrheitlich konservativen Kommentatoren.

Der kann das nicht, weil es ihm die Verfassung nicht gestattet.


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