Fragwürdige Erinnerung

Vorwort | Hannes Androsch und Günther Steinbach | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

KOMMENTAR Siebzig Jahre Anschluss: Anstelle eines Gedenkjahres braucht es ein Haus der Geschichte.

Wenn es uns schon nicht wie in anderen Ländern gelingt, unsere Vergangenheit in einem Haus der Geschichte permanent präsent zu machen, sollten wir uns mit ihr wenigstens an wichtigen Gedenkjahren beschäftigen. Heuer liegt der Anschluss an NS-Deutschland siebzig Jahre zurück. Für die Auseinandersetzung mit diesem Ereignis muss man den Parteistandpunkt der seinerzeitigen Akteure ablegen. Die Nachgeborenen können es sich leisten, gelassener auf das Geschehen zu blicken. Doch offenbar fällt das in Österreich noch immer besonders schwer.

Dieser Tage soll im Parlament der Ereignisse des März 1938 gedacht werden. Als Zeitzeugen werden aufgeboten: Otto von Habsburg, der damals eine unbedeutende Nebenrolle gespielt hat, und ein Verwandter von Kurt Schuschnigg, der damals wahrscheinlich noch gar nicht auf der Welt war. Wenn man schon Zeitzeugen haben will, warum denkt dann niemand an den früheren


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