Hinter dem Zaun


Raimund Löw
Politik | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

REPORTAGE Bunte Panzer, grimmige Generäle und eine junge Generation, die Richtung Westen blickt. Teil eins eines Reisetagebuchs aus dem Nahen Osten.

Im zerrütteten Zedernstaat

Die Zufahrt zu den Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila im Süden von Beirut führt durch einen bösen libanesisch-palästinensischen Slum. Häuserruinen, Straßenhändler, eine stinkende Müllhalde. Die Straßen sind von grünen Postern gesäumt. Darauf Schiiten, die 2006 im israelisch-libanesischen Krieg starben. Die Armenviertel im Süden der libanesischen Hauptstadt sind Hisbollah-Gebiet. Auf vielen Häuserwänden prangt überlebensgroß Hassan Nasrallah, der bärtige Führer der proiranischen Partei Gottes. Nach dem erfolglosen Feldzug Israels wird er in großen Teilen der arabischen Welt als Held gefeiert. Sein Bild hängt oft neben jenem von Ayatollah Khomeini, dem Führer der islamischen Revolution im Iran.

Vor dreißig Jahren, als ich das erste Mal in Beirut war, dominierten in diesen Straßen radikale

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