Kommentar

Rudolf Leopold: Der Sammlersammler

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

An Ausstellungen über Klimt, Schiele und Kokoschka herrscht kein Mangel. Dabei gäbe es noch jede Menge anderer Zugänge, um die Zeit um 1900 aufzubereiten. Eine dieser Ausstellungen sollte unbedingt Rudolf Leopold gewidmet sein, dem, wie er sich gerne nennt, "wichtigsten Kunstsammler Österreichs im 20. Jahrhundert". Diese Ausstellung sollte aber nicht vom Leopold Museum gemacht werden. Zum einen fehlt dort das Geld für gründlich vorbereitete Ausstellungen; die relativ geringe staatliche Subvention wird von den Gerichtskosten aufgefressen, die durch das sich über zehn Jahre erstreckende Verfahren zu Schieles "Bildnis Wally" anfallen (siehe dazu auch den Artikel auf den folgenden Seiten).

Zum anderen müsste man davon ausgehen, dass Leopold, Direktor auf Lebenszeit, die Ausstellung mit derselben Eitelkeit kuratieren würde, mit der er seit Jahrzehnten das Deutungsmonopol für die österreichische Moderne für sich beansprucht. Wie vorher schon von Richard Gerstl und Egon Schiele, behauptet


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