Langsame Heimkehr

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

MUSEEN Vor zehn Jahren wurde das Kunstrückgabegesetz beschlossen. Anlass dafür waren zwei Bilder aus dem Leopold Museum. Wie schwer man sich dort noch immer mit Raubkunst tut, beweist ein Besuch in der Ausstellung über Albin Egger-Lienz.

Es war nicht das, was brave Kinder unterm Christbaum finden. In der Weihnachtsausgabe der New York Times veröffentlichte Judith H. Dobrzynski 1997 einen Artikel über die dubiosen Sammelpraktiken Rudolf Leopolds, der seine Schiele-Sammlung damals gerade im Museum of Modern Art (Moma), dem Olymp neuerer Kunstgeschichte, präsentierte. Nach Lektüre des Artikels war dem Wiener Arzt nicht mehr nach Feiern zu Mute: Eines der im Moma gezeigten Bilder, Egon Schieles "Bildnis Wally", sei 1938 der Kunsthändlerin Lea Bondy-Jaray von ihrem Salzburger Kollegen Friedrich Welz abgepresst worden; und Leopold habe das gewusst, als er es nach dem Krieg erwarb.

In der Folge wurde "Wally" und ein weiteres Bild von US-Staatsanwalt Robert Morgenthau als Diebesgut beschlagnahmt.


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