Songs aus dem Fleischwolf

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

POP Morrissey versagt die Stimme, Cass McCombs entsagt seiner Meinung, und Lightspeed Champion wäscht sich den Mund mit Seife.

In den späten Sechzigern war das Roundhouse in Chalk Farm, eine stillgelegte Wenderemise zwischen Camden Town und Hampstead, der musikalische Nabel des Londoner Undergrounds, selbst wenn der psychedelische UFO-Club wieder von dort abziehen musste, weil die örtlichen Skinheads immer die heranbummelnden Hippies verprügelten. Im Jänner 2008, als das renovierte Roundhouse in neomodernistischer Charakterlosigkeit erstrahlte, standen die Skinheads dagegen neben den Rockabillys auf der Bühne. Zumindest verkörperte die nach dem Geschmack ihres Bandleaders Morrissey in karierte Hemden und knackige Jeans gekleidete Combo (jeder Verstoß gegen die Kleiderordnung wird mit Gagenentzug geahndet) mit Bürstenhaarschnitten und Fiftiestollen diesen historischen Look. Ihr singender Gangleader wog indessen seinen zusehends massiger werdenden Torso im Rampenlicht, die Arme emporgestreckt,


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