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Kultur | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

ROMAN

Philipp Tingler: Fischtal

Wer Thomas Mann mag, wird bei der Lektüre dieses Romans rasch merken, dass Philipp Tingler ihn ebenfalls schätzt. Der in Zürich lebende Berliner und Autor witziger, ziemlich bissiger Kurzgeschichten, Reportagen und Kolumnen, erzählt in seinem ersten Roman die Chronik einer (wer Tingler kennt, geht davon aus: seiner) großbürgerlichen Familie. Dabei spart er nicht mit detailversessenen, wunderbar auf Pointe geschriebenen Schilderungen von Figuren und Ambiente. Fischtal, das Berliner Haus der verstorbenen Großmutter, die zu Lebzeiten Clanoberhaupt und ein bitterböses Weib war, soll aufgelöst werden. Die Verwandtschaft rafft beiseite, was da zwischen schweren Eichenmöbeln nicht niet- und nagelfest ist. Mittendrin Enkel Gustav, der sich - in Fischtal aufgewachsen und frisch dem Gymnasium entsprungen - geschickt in der "besseren" Gesellschaft bewegt.

Wir befinden uns in der Vor-Wende-Zeit der späten Achtzigerjahre, die Welt im Westberliner Villenvorort

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