Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

Sex

Der Dildo Eine Putzfrau hat irgendwie schon was mit Intimität zu tun, im Endeffekt ist sie diejenige, die nach Muttern am besten über einen Bescheid weiß. Vor ein paar Jahren durfte ich diesbezüglich einmal eine sehr brave Katholikin namens Maria in meine Wohnung einweisen, alle Räume wurden gezeigt, die wichtigsten Aufgaben besprochen. Just als wir im Schlafzimmer ankamen, tönte aus meinem Nachtkastel: "ÖÖÖHHHRRRRR". Der Dildo, der unvermeidliche für Singles. Es ist zwar wurscht, ich trauert mich das schon zu sagen, aber ich habe den echt nur geschenkt bekommen, er blieb immer unbenutzt, er sah so ungemütlich aus. Ich hielt das Ding eigentlich für kaputt, aber anscheinend hatte es nur einen Wackler und musste just dann losgehen, als ich mit der, ich erwähnte schon, katholischen Maria im Schlafzimmer über Waschgänge philosophierte. Schweigen. Treuherzig blickte mir Maria dann ins Gesicht: "Dein Mann auch tot?" Ich war erleichtert. "Ja", sagte ich aus reinem erleichtertem Opportunismus.

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Fussball

Die Sprache des Fußballs (1) Der Fußball hat nicht nur eigene Gesetze, sondern auch eine eigene Sprache. In einer kleinen Serie sollen an dieser Stelle verschiedene Begriffe untersucht werden, die sich seltsam anhören. Den Anfang macht, wie beim Fußballmatch, der "Anstoß". Dazu ist zu sagen, dass der Anstoß nichts mit Denken zu tun hat. Im Gegenteil: Tatsächlich gibt es - abgesehen vielleicht vom "Ehrenanstoß" - kaum eine Ballberührung, bei der weniger gedacht wird als die erste jeder Spielhälfte. Der Ball wird routiniert zu einem nahe stehenden Mitspieler gekickt, der ihn meist nach hinten weitergibt, um dann in Ruhe den ersten Angriff aufbauen zu können. Die Kreisfläche, auf deren Mittelpunkt der Anstoß erfolgt, wird "Mittelauflage" genannt. Auch das ist irreführend: Eine "Seitenauflage" ist im Fußball nicht gebräuchlich. (Nächste Folge: "Outeinwurf").

Wolfgang Kralicek


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