Stift fährt ab

Stadtleben | Rosa Winkler-Hermaden | aus FALTER 08/08 vom 20.02.2008

STADTMENSCH Hannes Gröblacher porträtiert Fahrgäste in der U-Bahn. Über 3000 Zeichnungen hat er in den vergangenen zwei Jahren schon im Untergrund angefertigt.

Dass kurz nach 17 Uhr in der U4 bei der Station Pilgramgasse viel los ist, stört Hannes Gröblacher nicht. Er setzt sich auf den letzten freien Platz, nimmt ein A5-Schulheft aus der Tasche, stöpselt einen Filzstift auf, blickt kurz um sich und beginnt zu zeichnen. Im Visier hat er eine ältere Frau mit schwarzer Wollmütze. Er schaut sie an, schaut dann in sein Heft, um flink ein Porträt von ihr anzufertigen. Je öfter Gröblacher in ihr Gesicht schaut, desto nervöser wird die Porträtierte. Ihre Augen zucken, und sie blickt in die andere Richtung. Da ist das Bildnis auch schon fertig. Der Zeichner blättert um und hält nach dem nächsten "Opfer" Ausschau. Wieder zückt er den Stift, diesmal ist ein junger Mann dran.

Gröblacher nutzt jede Gelegenheit, um U-Bahn-Fahrgäste zu zeichnen. Er will dabei den Gesichtsausdruck der


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