Castro in Pension

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

AUSLAND Der Abgang war elegant. Aber Kuba bleibt vorerst eine Diktatur. Ihr stehen turbulente Zeiten bevor.

Fidel Castro ist einer der ganz großen Revolutionäre des vergangenen Jahrhunderts. Vergleichbar mit Wladimir Iljitsch Lenin oder Mao Tse-tung und um vieles prägender als einst Josip Broz Tito oder Ho Chi Minh. Kein anderer revolutionärer Staatsgründer der jüngeren Vergangenheit hatte es geschafft, fast ein halbes Jahrhundert unbeugsam seine Revolution zu verteidigen, die Todfeindschaft einer benachbarten Supermacht zu überleben und sich die Bewunderung eines Großteils der Linken in den umliegenden Staaten zu erhalten. Selbst Gegner gestehen ihm Eleganz beim Rücktritt zu.

Mit seinem Abtritt hinterlässt er einen verarmten Polizeistaat, in dem die Menschen nur die Wahl haben, nach oben zu buckeln oder sich abzusetzen zum Außenfeind nach Miami. Nirgendwo sonst in Lateinamerika war die Bevölkerung so lange einer totalen Gehirnwäsche ausgesetzt wie im Kuba Castros. In keinem


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