Standpunkt

Geld her!

Politik | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

Sind es 2,97 oder doch schon 3,6 Prozent, die sich in die Karenz trauen? Trotz neuem Kinderbetreuungsgeld sind Väter auf heimischen Spielplätzen noch immer Exoten. Denn auch die Höchstsumme von 800 Euro bietet für Papas wenig Anreiz, temporär den Schreibtisch gegen den Wickeltisch zu tauschen. Wie die Väterkarenzkurve ansteigen kann, zeigt Deutschland. Dort wurde 2007 ein Elternzeitmodell eingeführt, bei dem Väter und Mütter 67 Prozent ihres Gehalts und höchstens 1800 Euro im Monat bezahlt bekommen. Nach den neuesten Daten hat sich die Zahl der Karenzväter seither verdreifacht. Jetzt wird sogar über eine Großelternkarenz diskutiert. In Östereich möchte FPÖ-Familiensprecher Karlheinz Klement hingegen Kinderlose aus dem Pensionssystem ausschließen. Dann wären wir wieder dort, wo wir vor hundert Jahren waren: Kinder als Versorgungsgarantie, damit man im Alter nicht hungert. Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) fordert nun einen Papa-Monat: Väter sollen bei Lohnersatz und Kündigungsschutz bis zu acht Wochen zuhause bleiben dürfen. Keine schlechte Idee, wird Männer aber auch nicht in Scharen nachhause locken. Dafür bräuchte es vor allem eines: mehr Geld. Das Beispiel Deutschland zeigt: Väter werden ihre Kinder nur hüten, wenn es sich nicht nur emotional auszahlt, sondern auch finanziell. N. H.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige