Titos Papagei

Matthias Dusini | Politik | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

JUGOSLAWIEN Der serbische Schriftsteller Ivan Ivanji dolmetschte Tito, Erich Honecker und Herbert Wehner. Der Rolle des neutralen Zeitzeugen bleibt er auch in seinen als Buch erschienenen Erinnerungen treu.

Wer sind eigentlich die beiden Männer vor Ivan Ivanji? Quitschfidel wie der serbische Schriftsteller, Jahrgang 1929, ein altes Foto aus seiner Zeit als Dolmetscher kommentiert, möchte man ihn zum Hauptakteur dieses Gruppenbildes aus den späten 60er-Jahren machen. Der österreichische Bundespräsident Franz Jonas unterhält sich da mit dem jugoslawischen Staatspräsidenten Jozip Bros Tito, während Ivanji dahinter steht. So sieht sich der in Belgrad und Wien lebende Ivanji: als Statist auf der diplomatischen Bühne. Beide Staatsmänner sind längst tot, begraben ist auch Titos politisches Projekt der Blockfreiheit, zerstückelt die gemeinsame serbokroatische Sprache. "Ich könnte heute vier Sprachen dolmetschen", scherzt Ivanji, auf die Spaltung des Serbokroatischen in das Serbische,

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