Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

Die Arztserie an sich ist eine Pest. Ich sage nur "Emergency Room", das war nur mit dem frühen George Clooney auszuhalten. Wüste Verletzungen, räudige Krankheiten, tiefe Freundschaften, Liebeleien im OP und - Drama. Drama, Drama: Nach diesem einfach gestrickten Konzept funktionieren alle Arztserien. Abgesehen davon, dass einen das penetrante Götter-in-Weiß-Ding, das darin überall aufpoppt, nervt. Jetzt versucht sich "Private Practice" (Mo, ORF, 22.45 Uhr) an einem "anderen Zugang" und zeigt uns einmal Ärzte, die nicht in einem US-Krankenhaus leben und leiden, sondern in der schicken Privat-Ordi in Kalifornien. Die Heldin, Neonatologin Addison Forbes Montgomery, kennt man schon aus der Ärzte-Schmonzette "Grey's Anatomy", sie bekommt ihr eigenes Serien-Spin off und zieht darin von Seattle nach Santa Monica, um dort in der Gemeinschaftspraxis einer Freundin zu heilen. Viel Sonne, schräge Kranke, dankbare Patienten, der alte Schmus. Nur dass hier die Doktoren für eine besonders schmale Klientel in den USA tätig sind: Die oberen Zehntausend, die sich Privatärzte überhaupt leisten können.


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