"Der Mensch tut fast alles"

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

DEBATTE Jonathan Littell stellt in "Die Wohlgesinnten" den Holocaust aus Perspektive der Täter dar. Voluminös und monströs zugleich verkaufte sich der Roman in Frankreich 800.000 Mal und spaltet die Kritik.

Jeder ist ein Deutscher", sagt Jonathan Littell. Der Autor des wohl mit höchster Spannung erwarteten literarischen Werks in diesem Jahr ist selber strenggenommen kein Deutscher, sondern gebürtiger Amerikaner und seit kurzem französischer Staatsbürger. Aber er hat sich die Frage gestellt: "Was wäre aus mir geworden, wenn ich nicht 1967 in Amerika, sondern 1913 in Deutschland auf die Welt gekommen wäre?" Dieses Gedankenspiel geriet Littell zur Obsession. "Ich wollte nicht ein Schriftsteller werden, der Bücher schreibt - ich wollte dieses Buch schreiben", meinte er in einem der wenigen Interviews, das er zu seinem Roman "Die Wohlgesinnten" gab (siehe Rezension auf S. 55).

Littell verfügt über einen interessanten Hintergrund. Seine Familie ist jüdischer Herkunft und stammt aus


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