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Kultur | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

ROMAN

John Niven: Kill Your Friends

Steven Stelfox ist ein hinterfotziges, koksbetriebenes Monster, seinen zentralen Lebensinhalt sieht er im permanenten Exzess. Er arbeitet als A&R-Manager bei einer großen Londoner Plattenfirma, und "Kill Your Friends" erzählt, was sich 1997 im Leben dieses jungen Antihelden so tat. Tony Blair und die Spice Girls überstrahlen alles, noch heller leuchtet nur die tote Prinzessin der Herzen. Wer auf Branchentagungen Musik und Internet zusammendenkt, wird als Spinner verlacht, und solange sich nur neun von zehn Veröffentlichungen als Nieten erweisen, hat Stelfox Narrenfreiheit. Leidenschaftlichem Indierock begegnet er mit Zynismus, visionären Künstlern mit Verachtung; für ihn zählen nur gesichtslose Clubhits und austauschbare Casting-Püppchen. Als die Karriere außer Tritt gerät, wird Stelfox zum Killer, wodurch das Karussell erst so richtig beschleunigt.

Autor John Niven hat selbst eine A&R-Vergangenheit und fängt den Irrsinn der Branche wenige Jahre


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