Ernst macht Spaß

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

KUNST Die Albertina zeigt den Bildroman "Une semaine de bonté" von Max Ernst, der zum ersten Mal seit siebzig Jahren wieder zu sehen ist. Ein höllisches Vergnügen.

In der Nacht hörte sie aus dem Nebenzimmer oft ein "hartes metallisches Klicken", erzählte die Künstlerin Valentine Hugo über ihren Urlaub in Italien 1933. Während die Feriengäste schliefen, machte sich Max Ernst mit scharfer Schere über seine Beute aus Papier her. Auf der Reise hatte er in einem Mailänder Antiquariat noch eine Ausgabe von "Paradise Lost" mit Bildern von Gustav Doré erstanden, einem der führenden Romanillustratoren des 19. Jahrhunderts. Schnipp, schnapp, und schon war die dralle Eva aus dem Paradies geraubt, klick, klack, und auch die teuflische Schlange fiel in die Hände des Surrealisten. Aus solchen Fundstücken setzte Ernst die Collagen seines rätselhaften Bildromans "Une semaine de bonté" zusammen. Wiewohl häufig reproduziert, werden die in Privatbesitz befindlichen Originale nun zum ersten


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