Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

Pool (kein Wasser) Die Party ist vorbei. Die Bilder sind abmontiert, die Diaprojektoren werfen nur noch Licht an die Galeriewände, der Sekt ist warm, das Buffet aufgegessen. Ein White Cube nach der Finissage (Bühne: Magdalena Gut) ist der kühl-versiffte Rahmen für die österreichische Erstaufführung von Mark Ravenhills Künstlersatire "Pool (kein Wasser)". Eine Künstlerin, die mit der Dokumentation des Aids-Todes eines Freundes reich und berühmt geworden ist, sprang versehentlich in den leeren Pool ihrer Luxusvilla und liegt im Koma. Am Krankenbett versammeln sich vier Künstlerfreunde, die der Schwerverletzten den Erfolg nie verziehen haben und im Gegenzug nun aus der Tragödie Kapital schlagen wollen: Sie erklären die Krankengeschichte zum Kunstprojekt.

Ravenhill, der mit "Shoppen und Ficken" (1996) das Label für eine ganze Generation britischer Dramatiker geschaffen hat, zitiert im Titel des 2006 uraufgeführten "Pool (kein Wasser)" eine Serie der Fotokünstlerin Nan Goldin.


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