Fragen Sie Frau Andrea

Sportflecken

Stadtleben | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

Liebe Frau Andrea,

letztens sind wir in einer angeregten Runde auf die berühmten Sportflecken zu sprechen gekommen - die diskussionalen Wege dorthin wollen wir mal beiseitelassen. Sind "Sportflecken" eine ungelenke Übersetzung von "lovemarks" (siehe www.lovemarks.com)? Oder was ist der Ursprung des Wortes, das die Nachwirkungen allzu intensiver zwischenmenschlicher Aktivitäten bezeichnet, die oft auf Rückbänken von Papas Autos anzutreffen sind. Woher kommen die Sportflecken etymologisch gesehen? Sportlichen Dank schon im Voraus,

Christoph Reicher, per Elektrobrief

Lieber Christoph,

mit Sportflecken bezeichnen wir gemeinhin den Niederschlag männlichen Ejakulats, die schnelltrocknenden Protuberanzen orgasmischer Vorgänge. Das sportliche Moment dürfen wir darin erblicken, dass Ausübende der Sportflecknerei gerne auch alleine durchs Ziel gehen. Insoferne ist der Ausdruck "Sportflecken" keine Übersetzung von "lovemarks" - Liebesmarkierungen. Die meisten "rennenden Flecken" dürften Pollutionen im Rahmen von Trockentrainings sein. Im Wienerischen wird das eingetrocknete Ergebnis handmaschineller Genitalarbeit traditionell mit "kalter Bauer" bezeichnet. Kalt, weil alt, Bauer, weil es vom mittelhochdeutschen "gebur(e)" kommt, das sprachlich mit dem Gebären verwandt ist, dem Hervorbringen. Wer um Deutlichkeit nicht verlegen sein will, möge die Samenspende mit dem Alt-Wiener Ausdruck "Tschuri" bezeichnen, er kommt aus einer Sportwortwolke, dem auch das tschechische ãurati, pissen, und das zigeunersprachliche Djuuri, Suppe, angehören.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige