Ottakring Polje

Stadtleben | Joseph Gepp | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

MIGRANTEN Nicht immer geht es auf der "Balkanstraße" im 16. Bezirk friedlich zu. Eine Einführung in kleine Codes und große Gesten.

Wes Geistes Kind die Serbendemonstration gegen die Unabhängigkeit des Kosovo am vergangenen Sonntag am Heldenplatz war, blieb unübersehbar: Die drei Finger, die viele der Serben in die Höhe reckten, waren schon im Zweiten Weltkrieg geläufig - als Gruß der Tschetniks. Dass ein orthodoxer Pope das Vaterunser betete, erinnerte ebenfalls an so manche Militärweihe der vergangenen Balkankriege. Als zwei Kondensstreifen von Flugzeugen am Himmel über dem Heldenplatz ein kreuzförmiges Muster bildeten, deutete der Geistliche nach oben: "Seht hinauf, da ist das Kreuz!" Dass religiöse Überhöhung und Politik eine ungesunde Mischung bilden, scheinen nur wenige der serbischen Demonstranten verinnerlicht zu haben.

Anschließend zog man zur Ottakringer Straße zwischen den 16. und 17. Wiener Gemeindebezirk. Dort schlugen die Randalierer die Fenster eines albanischen


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