Plastik hinter Gittern

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

FANZONE Wieso werden bei der Euro im Fanbereich Getränke aus Pet-Flaschen in Mehrwegbechern ausgeschenkt? Weil es die Uefa so will.

Der Juni wird heiß. Wer schwitzt, soll trinken, weshalb es während der Euro in der Fanzone neben ein paar Trinkbrunnen mit Gratishochquellwasser auch 86 Gastronomiestände geben wird. Bis zu 70.000 Besucher passen in den von einem blickdichten, drei Meter hohen Zaun umgebenen Fußballfanbereich entlang des Rings zwischen Rathaus- und Heldenplatz. Mit 100.000 Besuchern täglich rechnen die Verantwortlichen. Die sollen feiern, sich unterhalten und über neun Videowände die Spiele mitverfolgen. Und sie sollen essen und trinken. Was und wie, dafür hat der europäische Fußballverband Uefa strenge Richtlinien ausgegeben. So darf manche Speisen (Salat, Softeis, Donuts, Muffins, Sandwiches, seltsamerweise aber nicht Burger) ausschließlich der Hauptsponsor McDonald's in seinem Zonenimbissstand ausgeben. Außerdem lässt der Veranstalter der Euro in der Fanzone nur die Produkte seiner Sponsoren ausschenken: Coca-Cola und Carlsberg-Bier. Das Mineralwasser kommt von Römerquelle und wie alle Softdrinks im Fanbereich aus der 0,5-Liter-Pet-Flasche.

Die Gastronomen, die bis zu 40.000 Euro Standmiete zahlen, müssen Bier und Limo allerdings noch in Pfand-Mehrwegbecher umfüllen und dürfen die Wegwerfflaschen nicht ausgeben. Für die MA 48 und die Umweltabteilung der Stadt Wien ist das schon ein Sieg. "So können wir sicher sein, dass die Einwegflaschen getrennt zurückgegeben werden und sie sortenrein entsorgen", sagt MA-48-Sprecherin Anita Voraberger. Mehr habe man "im Rahmen des geringen Spielraumes" bei der Uefa nicht erreichen können.


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