Bruce-Willy, Kritik oder Kalender

Stadtleben | Thomas Trescher | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

STADTMENSCH Ein Kind in Österreich darf Nazi heißen, aber nicht Yannick-Casper-Noel. Warum? Hans Christian Luschützky erstellt in Namensfragen Gutachten für Standesämter - wenn diese ihn fragen.

Hans Christian Luschützky gehört zu der Sorte Mensch, die ihre Umwelt mit einer gewissen Distanz betrachten. Und dann ein wenig spöttisch darüber urteilen. "Schauen Sie sich das an", sagt er. Er scheint nicht erfreut. Schon wieder kommt ein Fax. Diesmal will das Standesamt Bad Tatzmannsdorf wissen, ob Zauraez ein existierender Vorname ist - und ein Neugeborenes diesen Namen tragen darf. Fünfzig bis sechzig Anfragen dieser Art erreichen ihn pro Jahr. Luschützky, 48, ist Assistenzprofessor am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Seit rund 15 Jahren erstellt er unentgeltlich Gutachten für Standesämter - ausschließlich Namensfragen betreffend. Drei dicke Aktenordner füllen die gesammelten Anfragen inzwischen. Manche Standesbeamte schicken junge Elternpaare mit exotischem


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