Die Rechtslage

Im Namen des Namens

Stadtleben | aus FALTER 09/08 vom 27.02.2008

Einen Monat haben Eltern in Österreich Zeit, für ihren Nachwuchs einen Vornamen auszuwählen. Danach folgt die Vorladung auf das Standesamt. In ihrer Namensgebung sind die Eltern vergleichsweise eingeschränkt. Während in den USA oder Schweden - dort gibt es Namen wie Metallica oder Mondtroll - auch Fantasienamen möglich sind, dürfen nach Paragraf 21 des Personenstandsgesetzes in Österreich Namen nicht vergeben werden, "die nicht als Vornamen gebräuchlich oder dem Wohl des Kindes abträglich sind". In welchem Land oder welcher Sprache der Name gebräuchlich ist, kümmert den Gesetzgeber nicht. Das Wohl des Kindes ist Definitionssache: Ein Arshpreet - in Indien ein gebräuchlicher Vorname - könnte in Österreich leicht zum Arschtritt verunglimpft werden. Das ist einer jener Fälle, von denen Hans Christian Luschützky spricht. Weitere Voraussetzung der Namensgebung: Zumindest der erste Vorname muss dem Geschlecht des Kindes entsprechen. Alle weiteren vergebenen Vornamen sind geschlechtsunabhängig - besonders häufig ist der zweite Vorname Maria bei Männern. Die Anzahl der vergebenen Vornamen ist nicht beschränkt. Die beliebtesten Vornamen im Jahr 2006 waren Lena bei weiblichen und Lukas bei männlichen Babys. Wer mit seinem Vornamen unzufrieden ist, kann ihn in Österreich vergleichsweise leicht ändern lassen. Unter anderem folgende Gründe kennt Paragraf 2 des Namensänderungsgesetzes: Der Name ist lächerlich oder anstößig, schwer auszusprechen oder zu schreiben, erschwert (bei Antragstellern ausländischer Herkunft) die Einordnung im Inland oder entspricht nicht dem Geschlecht. In solchen Fällen ist die Namensänderung mit 45 Euro kostengünstig. Sollte kein gesetzlich legitimierter Grund vorliegen, kann der Name dennoch zu einem sogenannten Wunschnamen geändert werden. Die Kosten liegen dann allerdings bei rund 550 Euro. Auch bei Wunschnamen gilt allerdings: Sie müssen dem Geschlecht entsprechen, gebräuchlich sein und dürfen weder lächerlich noch anstößig sein.


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