Die Uni, eine Utopie

Christian Zillner | Extra | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

An der Universität Wien kann man mehr Studien absolvieren als in Harvard. Wem bei diesem Vergleich ein Lächeln ins Gesicht tritt, dem möchte ich sagen, dass es von Qualität zeugt, viele verschiedene Studiengänge anzubieten. Numismatik? Halte ich für wissenschaftlich interessanter als jene unter dem Titel "gender studies" laufenden Kurse an US-amerikanischen Eliteinstitutionen. Schön, wenn man sich dort in Seminaren mit Wichsen und seinen kulturellen Implikationen beschäftigt, mir haben das Ministranten beigebracht, Gott sei Dank musste ich dafür keinen Lehrgang zum PhD absolvieren.

In unvorstellbar fernen Zeiten, also in den frühen 1980er-Jahren, als ich mich einem Studium der Philosophie in Wien unterzog, herrschte in diesem Fach noch die alte Stu-dienordnung. Sie besagte, dass man acht Semester herunterzureißen, dann eine Dissertation zu schreiben und in fünf Rigorosen zu verteidigen hatte. Studieren bedeutete damals in Cafés herumzusitzen und sich gegenseitig ein Loch in

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