B-innen-I

Keine Angst, Jungs

Extra | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

von Yvonne Schröder

Hätte man Thomas Mann, Arthur Schnitzler oder Sigmund Freud gefragt, was sie von dem "B-Innen-I" halten, sie hätten gelacht. Das hätten sie aber auch, wenn man sie gefragt hätte, was sie von Präsidentinnen, Lkw-Fahrerinnen oder besser noch: von Männern, die Kinder aufziehen, halten. Daher fragen wir sie auch nicht. Können wir auch nicht, sie sind tot. Mit ihnen gestorben sind eigentlich auch antiquierte Argumente wie "die Besinnung auf das weibliche Geschlecht verunstaltet die deutsche Sprache", "in der türkischen Sprache gibt es keinen Geschlechterunterschied und dennoch werden Frauen diskriminiert" oder ganz schlau "das bringt doch nichts, mit der Sprache anzufangen".

Schon mal was von Ludwig Wittgenstein oder Derrida gehört? Und seit wann wird Diskriminierung aus ästhetischen Gründen toleriert? Die ganze Diskussion um das Binnen-I hinkt. Es lohnt nicht, sich auf Haarspaltereien, ob zum Beispiel bestimmte Wörter dann grammatikalisch oder klanglich einfach


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