Er muss brennen

Thomas Wolkinger | Kultur | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

ESSAY Eine Kulturstadt ohne Rat: Warum Kulturpolitik in Graz nie wichtiger war als jetzt, was den neuen Kulturstadtrat erwartet, warum die Stadt dringend kulturelle Durchlüftung braucht und was man von der Polentabande lernen kann.

Interregnum, das siebente Jahr. Nagl, Buchmann, Miedl - Rat-Losigkeit in der Kulturhauptstadt. Denn mit Helmut Strobl, der im Sommer 2001 nach 16 Jahren beherzter Kulturpolitik sein Amt zurücklegte, verlor Graz auch seinen letzten echten Kulturstadtrat. Noch heute erinnert man sich an diese Zeit mit Wehmut. Ja, auch mit einer Portion Verklärung. Seit der studierte Architekt und kulturelle Überzeugungstäter damals aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik ausscheiden musste, seither regiert jedenfalls Übergang statt Kontinuität: Die Ökonomen Siegfried Nagl und Christian Buchmann und der Polizist Werner Miedl (alle ÖVP) nahmen das Kultur-Amt zwar dankend auf sich, beteuerten ihre Lernfähigkeit, besetzten repräsentative Fototermine und verabschiedeten

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