Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

Auch so kann man ein Interview beginnen, wie es Christoph Winder 1988 tat, als er im Restaurant Salzamt den jungen Verleger Gerd Haffmans traf, der gerade den Diogenes Verlag, wo er Lektor gewesen war, verlassen und den Haffmans Verlag gegründet hatte.

"Salzamt. Der Tonbandmitschnitt beginnt mit weißem Rauschen, aus dem sich fallweise Wörter wie, Roastbeef' oder, Avocado' schälen. Eine begütigende Damenstimme mahnt den Falterredakteur, der sich anschickt, ein daumengroßes Mikrophon am Pulloverausschnitt des Verlegers zu befestigen:, Fangt nicht gleich mit der Schlinge an,' Verschiedene Zwischenbemerkungen. Es fällt der name, Henscheid'.

Haffmanns: Als Henscheid begonnen hat, in der Zeit zu schreiben, haben das viele als einen Verrat empfunden:, Unser' Henscheid im bürgerlichen Blatt. Er hat aus seinem Fanclub viel Gegenwind bekommen, jetzt aber, wo das als Buch vorliegt, haben ihm manche, die das zuerst nicht gut fanden, Abbitte getan. Es gibt leider auch viele, die die polemische Stilhaltung Henscheids nicht verstehen, seine Pose. Henscheid ist ein sehr liebevoller Mensch, einer, der seine Gauner, Zwerenz, Hüsch, Luise Rinser liebt.

Und Henscheid ist ein Autor, an dem man als Satiriker schwer vorbeikommt…

Er hat sicher die Messlatte sehr hoch gelegt (…) Er ist so rumgegangen und hat gesagt:, Gib mir mal 20 Mark, ich schreib 'nen Roman'. Die Leute haben ihm das nicht zugetraut, weil er ein Typ ist, den man leicht unterschätzt." A. T.


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