Vielfalt in Einfalt

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

ESSAY Auf der Suche nach dem Niederösterreichischen.

Am Anfang war Niederösterreich. So könnte der erste Satz im Buch Österreich lauten. Wer sich auf die Suche nach dem Niederösterreichischen an sich begibt, stößt unweigerlich auf den Kern dessen, was Österreich ausmacht. Der Gegensatz ohne Grundsatz, die Ausnahme als Bauernregel. Er stößt nicht nur auf die Mythen, die verklärten Helden und die Zerrbilder der Republik, er legt urösterreichische Grenzen und Widersprüche frei. Niederösterreich ist jener steinig-fruchtbare Acker, auf dem Österreich heranwuchs und weiter wächst.

Niederösterreich ist Heimat zentraler Staatsmythen: Hier, in Neuhofen an der Ybbs, wurde Ostarrichi 996 erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem während der Kaiserzeit das Herz der Monarchie in der Region rund um Wien geschlagen hatte, pilgerten die Austrofaschisten nach Korneuburg, um mit dem Korneuburger Eid der Demokratie abzuschwören. Im Niederösterreichischen Landhaus in der Wiener Herrengasse wurde


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