Im Keller der Kosmos

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 10/08 vom 05.03.2008

INTERVIEW Der Künstler Hermann Nitsch über Liebe und Lust in Niederösterreich.

Falter: Wer wären Sie, wenn man Niederösterreich subtrahieren würde?

Hermann Nitsch: Ich bin eigentlich durch die Literatur und durch die Kunst auf die ungeschminkte Schönheit dieser Landschaft draufgekommen. Als 17-, 18-Jähriger habe ich gesehen, das sind ja die Sonnenuntergänge, die Van Gogh gemalt hat. Ich habe hier einen sehr innigen Kontakt zur Natur und zum Ganzen bekommen. Ich habe mich in Texas schon zuhause gefühlt, in Indien, in China. Ich bin überall zuhause, weil ich den ganzen Kosmos mein Zuhause nenne. Aber im Weinviertel hat sich mir dieser Kosmos in seiner unverfälschten Form dargestellt.

Wie lebt es sich in diesem Kosmos?

Als ich Kind war, war das hier noch tiefstes Land, wie in der Urzeit. Und doch nicht unangenehm. Es war eine sehr idyllische Welt, die ich früh zu lieben gelernt habe. Sehr früh hab ich schon Kontakt zu den Weinkellern bekommen. Die größte Freude der Weinviertler


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